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"Ich habe viel mehr gelernt als zu Hause bei Praktika"

Togo Medizin - Praktikum Arzt

Medizin – Praktikum in Togo von Renate Leistner aus Luxemburg

Da ich nach dem Abitur (in einem Jahr) gerne Medizin studieren möchte, habe ich mich für ein Medizinpraktikum in Togo entschieden. Ich habe 2 Monate in Togo verbracht, den ersten Monat in einem Waisenhaus gelebt und gearbeitet. Für den zweiten sollte ich eigentlich die Gastfamilie wechseln, um nah beim Krankenhaus zu leben. Aber als es dann so weit war, konnte ich mich einfach nicht von den Kindern trennen. Zum Glück war Projects Abroad sehr flexibel und so wurde spontan entschieden, dass ich weiterhin im Waisenhaus leben und das Praktikum in einem anderen Krankenhaus in der Nähe machen würde, zu dem ich dann jeden Tag circa 25 Minuten zu Fuß ging.

Togo Medizin - Praktikum Spritze

Das katholische Krankenhaus „Regina Pacis“ führt keine richtigen Operationen durch, behandelt sonst aber so ziemlich alles. Man sieht ein weites Spektrum von Krankheitsbildern, da dort die Armen billiger als in anderen Krankenhäusern behandelt werden. Ist ein Fall jedoch sehr gravierend, wird der Patient ins Unikrankenhaus überwiesen. Im Krankenhaus wurde ich von allen Mitarbeitern (Krankenpfleger/innen, Ärzten, Apothekern, Laboranten, Hebammen,...) sofort sehr herzlich aufgenommen und sie waren gerne dazu bereit, mir alles zu zeigen und meine Fragen zu beantworten. Zuhause in Europa habe ich auch schon ein Praktikum in einem Krankenhaus gemacht, aber die Umstände sind nicht vergleichbar. In Togo sind alle Medikamente und Materalien aus Europa oder Amerika importiert und die Geräte sind die, bei uns keiner mehr will; wie sowieso sehr Vieles in Togo, wie unter anderem Kleider und Fahrzeuge.

Für mich war es super, dass ich ganz viel Praktisches machen durfte, was ich zuhause nie hätte machen dürfen. So ließen mich die Krankenpfleger Patienten sowohl intramuskulär als auch intravenös spritzen, impfen, und überließen mir für vieles ganz allein die Verantwortung. Natürlich war immer jemand da, falls ich Hilfe brauchte. Auch Dinge wie Temperatur und Blutdruck messen konnte ich nach dem einen Monat wie im Schlaf. Die Zeit im Krankenhaus war abwechslungsreich. Meistens kam ich morgens um 7:30 und ging wieder um 17:00. Das konnte ich aber selbst entscheiden. Morgens hatten wir dann erst die Visite und die Team-Versammlung, dort wurden alle stationären Patienten und Fälle im Nachtdienst besprochen. Danach konnte ich begleiten, wen ich wollte.

Togo Medizin - Praktikum Blutdruck

Kommt ein neuer Patient, muss er an der Kasse erst einmal einen Bon kaufen, dann werden seine Daten (Name, Alter, Wohnort, Gewicht, Temperatur, Blutdruck) aufgenommen und er wird damit zu einem der drei Ärzte geschickt, der ihn untersucht und Medikamente verschreibt. Diese kauft der Patient in der kleinen Krankenhausapotheke und geht wieder zu den Krankenschwestern, die ihm die Behandlung und Dosierung etc erklären oder Spritzen geben. Ich konnte ganz flexibel dort mithelfen, wo ich wollte.

Togo Medizin - Praktikum Impfen

Einen Tag verbrachte ich im Labor, wo ich lernte, Blut abzunehmen, Blut- und Stuhlgangproben zu präparieren und unter dem Mikroskop zu analysieren. Dort beobachtete ich Würmer und Malariaparasiten. Viele Patienten haben Malaria. Es gibt auch viele Motorradunfallopfer. Im Krankenhaus konnte ich auch bei kleineren Eingriffen wie dem Öffnen eines Abszesses und einer Beschneidung zuschauen. In Togo wird aus hygienischen Gründen jedes männliche Baby beschnitten, ohne Beschneidung wird man auch nicht als „richtiger Mann“ angesehen. Ich durfte auch bei einer Geburt zusehen, hätte auch die Möglichkeit gehabt, noch bei Vielem mehr dabei zu sein. Ich habe gelernt, wie man prä- und postnatale Untersuchungen durchführt und durfte dabei assistieren. Außerdem habe ich bei einer Impfkampagne gegen die Schweinegrippe mitgeholfen.

Togo Medizin - Praktikum Kollegen

Ich gewann sehr enge Freunde unter den Krankenpflegern und –pflegerinnen, mit denen ich auch viel Freizeit verbrachte. Wir kochten mehrmals zusammen typisch togoisches Essen und tanzten traditionelle Tänze. Nach meinem Medizinstudium möchte ich unbedingt zurück nach Togo kommen, um dort für mindestens ein paar Jahre als Ärztin zu arbeiten. Mir gefällt es einfach super in diesem Land, und ich halte immer noch den Kontakt zu meinen neu gewonnenen Freunden. Ich muss sagen, dass es auch für das Fachliche eine einzigartige, belehrende Erfahrung war. Ich habe viel mehr gelernt, als ich das zuhause bei Praktika getan habe. Dies wird mir sicher für mein Studium viel helfen.

Hier zu Renate Leistners Bericht über Sozialarbeit in Togo

Renate Leistner

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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