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Vietnam: Farbenfroh, laut, geruchsintensiv und ganz anders als Deutschland!

Medizin - Praktikum in Vietnam von Julius Mätzler

Hanoi im Juli

Medizin-Praktikum Vietnam, Projects Abroad

Ich bin Medizinstudent im vierten Jahr an der Medizinischen Universität Innsbruck. Im Rahmen meines Studiums habe ich die Aufgabe, 12 Wochen lang Praktika in verschiedenen Krankenhausabteilungen zu absolvieren. Glücklicherweise steht es mir frei, diese 12 Wochen wo immer ich will unterzubringen. Deswegen habe ich mich dazu entschieden einen Teil meines Praktikums im Ausland zu machen, denn ich denke, dass ich als Medizinstudent sehr davon profitiere die Gesundheitssysteme und Arbeitsweisen anderer Länder kennenzulernen.

Also warum genau Vietnam? Südostasien begeistert mich schon seit einiger Zeit. Mein Interesse für diesen Teil der Erde wurde bei einer Reise durch Thailand und Malaysia vor einigen Jahren geweckt. Seit jeher wollte ich unbedingt wieder zurück in diesen Erdteil, um seine Menschen und Kulturen besser zu verstehen und wie ginge das besser als Schulter an Schulter mit den Einheimischen zu arbeiten?

Unterwegs in Vietnam, Projects Abroad

Meine Erwartungen an das Praktikum waren wie folgt: Das Gesundheitssystem Vietnams und die Unterschiede zu einem europäischem System kennenlernen, sowie Einsicht in die Arbeit einer kardiologischen Station. Ich habe allerdings auch nicht erwartet ein vollwertiges Teammitglied zu werden, nachdem ich kein Wort Vietnamesisch spreche und mir von Anfang an gesagt wurde, dass die Menschen in Vietnam sehr schüchtern sein können und es eine Weile dauert bis man sich eingelebt hat.

Boote in Vietnam , Projects Abroad

An meinem ersten Tag im St. Pauls Hospital kam dann gleich mal alles anders als erwartet. Sehr schnell wurde mit klar, dass die Sprachbarriere kein Problem darstellen würde, da ich von Minute eins an meinen eigenen Übersetzer in Form eines sehr aufgeweckten und überaus freundlichen Medizinstudenten von der Hanoi Universität namens Dai an meiner Seite hatte. Mein Betreuer Dr. Viet sprach außerdem ebenfalls sehr gut Englisch. Anstatt still und andächtig den Ärzten bei der Arbeit über die Schulter zu schauen, verbrachten Dai und ich den ersten Tag an der Klinik damit (gefühlt) das gesamte Krankenhauspersonal kennenzulernen, Hände zu schütteln und zum Mittagessen eingeladen zu werden. Ich kann kaum beschreiben wie gastfreundlich alle waren!

Landschaft in Vietnam

In den kommenden Tagen stellte sich sehr schnell eine gewisse Routine ein. Ich begleitete Dr. Viet und seine Kollegen bei ihrer Visite, durfte mit ins Herzkatheterlabor oder, dank Dr. Thuy, einer Ärztin aus der benachbarten internistischen Station, auch zur Gastroskopie. Dai war dabei immer übersetzenderweise an meiner Seite.

Schauspiel in der Nacht, Vietnam

Die Arbeit eines Arztes in Vietnam ist in vielerlei Hinsicht eines europäischen Arztes sehr ähnlich. Die Techniken und Medikamente sind dieselben und es wird sich meist an westlichen Richtlinien orientiert. Der große Unterschied zwischen Österreich und Vietnam besteht darin, dass die meisten Patienten nicht versichert sind und selbst wenn sie es sind, kann der Selbstbehalt für einen medizinischen Eingriff sehr hoch sein. Dies führt zu einem ständig unterversorgten Gesundheitssystem und mit Patienten, die sich erst dann in Behandlung begeben, wenn es keinen anderen Ausweg mehr gibt. Ich habe in Hanoi sehr viele Patienten mit Krankheiten in einem sehr späten Stadium erlebt, da es auch an Präventionsmaßnahmen und Untersuchungen mangelt. Einen guten Hygienestandart zu erhalten, stellt in einem Krankenhaus wie St. Pauls eine große Herausforderung dar, da aufgrund von Platzmangel sehr viele Menschen auf engem Raum zusammen leben müssen. Oft habe ich es erlebt, dass sich bis zu drei Menschen ein Bett teilen mussten. Überrascht hat mich auch wie breitgefächert das Wissen der dortigen Kardiologen war. Die Abteilungen in Hanoi sind nicht so klar getrennt, wie das vielleicht unsereins gewohnt sein mag. So fanden sich in unserer Abteilung neben Patienten mit kardialen Problemen auch neurologische Patinen oder Menschen mit gastroenterologischen Erkrankungen.

Alles in allem hatte ich eine großartige Zeit in Hanoi, die ich nicht missen möchte. Ich habe viel gelernt, tolle Menschen kennenglernt und erfahren, wie es ist in einem vietnamesischen Krankenhaus zu arbeiten.

Nachtrag in Innsbruck, ein halbes Jahr später:

In meiner Zeit in Hanoi hat sich eine Freundschaft mit meinem Übersetzter Dai entwickelt, die auch nach meiner Abreise aus Vietnam weiterbestand. In der Zwischenzeit konnte Dai (aufgrund seines Engagements und guter Noten) ein Stipendium In Japan erlangen, wo er sein Medizinstudium fortsetzen wird. Er hat mich eingeladen, ihn in seiner neuen Heimat zu besuchen. Ich freue mich schon darauf ihn vielleicht schon bald wieder zu sehen.

Julius Mätzler

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