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Jeden Morgen von Affenbrüllen geweckt werden

Argentinien Naturschutz Affe

Projekt mit Affen in Argentinien von Isabell Rienecker

Als ich nachmittags am Flughafen von Córdoba ankam, wurde ich bereits von Agustín, einem Projects Abroad Mitarbeiter, erwartet und von dort aus zu meiner sehr netten und offenherzigen Gastfamilie für die Nacht gebracht. Dies war nötig, da mein Ziel, das Refugium für schwarze Brüllaffen, noch immer eine ungefähr dreistündige Reise mit Bus und Taxi entfernt war, welche Agustín und ich aber schon früh am nächsten Morgen antraten. Zunächst fuhren wir mit dem Bus nach La Cumbre, wo Agustín eine hilfreiche Einweisung durchführte: Er gab mir einen Stadtplan, zeigte mir die wichtigsten Orte und erklärte mir beim Mittagessen noch einiges über meinen Einsatzort.

Argentinien Naturschutz Freiwillige

Danach fuhren wir zu dem in einer wunderschönen Hügellandschaft gelegenen Refugium, welches ca. zwanzig Minuten mit dem Taxi von La Cumbre, der nächstgelegenen Stadt, entfernt ist. Dort wurden wir von den zwei Arbeitern (Juan und Franco), sechs Freiwilligen und den freilaufenden Hunden herzlich begrüßt.

Argentinien Naturschutz Affen

Anschließend machten wir bei einer Führung für Touristen mit, sodass ich schon mal einen Teil des riesigen Geländes kennenlernte und die ersten schwarzen Brüllaffen erblicken konnte. Da das Spanisch für mich noch sehr schwer zu verstehen und zu übersetzen war, teilte Agustín mir alle Informationen auf Englisch mit. Solche Touristenführungen wurden täglich angeboten und konnten auch zu den Aufgaben eines Freiwilligen gehören, wenn man gut genug Spanisch sprach.

Argentinien Naturschutz Hunde

In der kommenden Zeit lernte ich mithilfe der anderen Freiwilligen die verschiedenen Aufgaben kennen, welche jeden Morgen verteilt wurden. Wir verbrachten nahezu den ganzen Tag draußen, um uns um die vielen Tiere zu kümmern. Da ich im August und somit im Winter in Argentinien war, zog ich manchmal zwei Pullover übereinander plus eine Jacke an, da es an vielen Tagen sehr kalt war. Allerdings gab es auch Tage, an denen ich nur mit einem T-Shirt bekleidet in der Sonne sitzen konnte. An solchen Tagen machte das Aufpassen auf einen Affen natürlich besonders Spaß: Ich konnte mich „bräunen“ lassen und die Wärme genießen, während es sich mehrere Affen auf mir gemütlich gemacht hatten und sich genüsslich in der Sonne räkelten.

Argentinien Naturschutz Tafel

Generell machte jede Arbeit mehr Spaß, wenn ich (tierische) Begleiter hatte. Das Putzen des Affenhauses war lustiger, wenn ein kleines Äffchen auf der Schulter saß und ein anderes an mir hochkletterte; die Essens-Teller im Wald verteilen war spannender, wenn einige Hunde um mich herumtollten und miteinander spielten oder sich kabbelten. Bei solchen Spaziergängen hatte ich auch immer genügend Zeit für einen längeren Plausch mit einem anderen Freiwilligen, sodass ich mehr über die Kultur oder das Leben in einem anderen Land erfahren und Freundschaften schließen konnte. Zudem lernte ich die anderen auch bei gemeinsamen Spieleabenden oder zur Tradition gewordenen Samstagabend-Ausflug in die Stadt gut kennen, und wir hatten viel Spaß miteinander.

Argentinien Naturschutz Relax

Einmal wurde ich fast von einem Affen ins Bein gebissen. Juan, der die kleine Attacke beobachtet hatte, kam sogleich zu mir und besah sich die Stelle. Glücklicherweise hatte mich „Bonito“ nicht richtig erwischt und es blieb mir nur ein blauer Fleck. Doch Juan nutzte die Gelegenheit und setzte mich auf einen Klappstuhl, um dem bald erscheinenden Franco zu erzählen, ich sei gebissen worden, könnte nicht mehr richtig laufen und müsste ins Krankenhaus. Franco war bestürzt und wollte sich sofort um mich kümmern, bis Juan ihn lachend aufklärte. Solche Späße wurden gerne gemacht und lockerten immer die Stimmung auf.

Argentinien Naturschutz Essen

An meinem Abreisetag, Juans Geburtstag, frühstückten wir alle zusammen. Ich war die letzte Freiwillige, da im Winter meistens nur wenige Freiwillige da sind. Als nun die drei Argentinier (Franco, Juan und Juans Schwester, die zur Unterstützung wegen der vielen Arbeit gekommen war) „Happy Birthday“ auf Spanisch sangen, blieb ich aufgrund fehlender Textkenntnisse still – wurde danach aber prompt aufgefordert, allein auf Deutsch zu singen. Sie hatten mich schon öfters nach deutschen Wörtern und meinem Leben in Deutschland gefragt, was mir zeigte, dass sie sich genauso für mich und meine Kultur interessierten, wie ich mich für ihre.

Argentinien Naturschutz Pferde

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich eine wunderbare Zeit in Argentinien erlebt habe, in der ich viel Neues und Interessantes kennenlernte. Da man „dort unten“ kein Internet und Handy-Empfang hat und auch ansonsten ziemlich von der Außenwelt abgeschnitten ist, war es für mich wie eine kleine, aber erholsame Auszeit von dem stressigen Alltag in Deutschland. Man lebt – und darüber muss man sich von Anfang an im Klaren sein – in einfachen Verhältnissen, hat dafür aber viel Ruhe sowie eine Menge Tiere und Natur um sich. Ich wäre gerne noch länger dort geblieben bzw. würde sofort zurückkehren, da ich die offenherzige und hilfsbereite Art der argentinischen Mitarbeiter und all „meine“ Tiere vermisse.

Und: Wer kann schon unbedingt von sich behaupten, dass er jeden Morgen von Affenbrüllen geweckt wurde, mit Affen gespielt oder einen Puma gestreichelt hat?

Isabell Rienecker

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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