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„Ich hatte das Gefühl zu leben und nicht gelebt zu werden.“

Mongolei Nomaden - Projekt Bruder

Nomaden – Projekt von Bianca Hoyer

„Hier kann ich nicht bleiben.“ Das war mein erster Gedanke als mich der Fahrer zu meiner Nomadenfamilie gebracht hat. Mein Gastvater Davaa und meine beiden Gastbrüder Davaapurev und Nyamka kamen aus der kleinen Jurte, als der Wagen hielt und musterten mich, und ich überlegte, ob ich gleich wieder zurück in die Stadt fahren sollte. Aber der Fahrer stellte mich drin noch meiner Gastmutter Baasan vor und war schnell wieder weg. Er meinte, dass ich zwei/drei Tage brauchen werde, um mich an alles hier zu gewöhnen, ich solle mich einfach wie ein Teil der Familie fühlen. Und er hatte Recht. Nach und nach lernte ich „meine Familie“ kennen und lieben.

Mongolei Nomaden - Projekt Familie

Zwei Tage nach meiner Ankunft kommt Baasan ins Krankenhaus, weil sie Bluthochdruckprobleme hat. Sie kam letztendlich einen Tag vor meiner Abreise wieder und ich verbrachte vier Wochen mit drei fremden Männern, fern ab von zu Hause in den Weiten der Wüste. Ich hatte weder Handyempfang noch fließend Wasser noch Strom, und ich stellte während meiner Zeit dort fest, dass mir all das auch nicht fehlte. Ich war auf der Suche nach Freiheit, Einfachheit und Abenteuer. All das erlebte ich dort in vollem Maße. Ich lernte Motorrad fahren und durfte unsere Herden mit dem Pferd eintreiben, ohne je reiten gelernt zu haben. Die Mongolei bietet dir Freiheit. Die Menschen sind zwar schon etwas rau aber du darfst alles mitmachen und probieren. Sie teilen alles mit dir und sind sehr gastfreundlich.

Mongolei Nomaden - Projekt Pferd

Beim Wasserholen hatten wir trotz der schweren Arbeit eine Menge Spaß und spritzten uns an heißen Sonnentagen gegenseitig nass. Das Essen war entgegen meinen Erwartungen sehr gut. Wir aßen viel Dürrfleisch (vom Rind), Kartoffeln, Reis, Kohl und selbstgemachten Nudelteig. Zweimal schlachteten wir eine Ziege und ich durfte zuschauen, wie die Frauen die Innereien saubermachten und die Männer das Fleisch zerteilten und wurde auch mit eingespannt. Man denkt über vieles gar nicht nach und macht es einfach. Mein ekligstes Erlebnis war, als „meine Männer“ mir Ziegenhoden zum Essen anboten, ich konnte es einfach nicht probieren. Ich wanderte ein paar Mal, um Zeit nur für mich zu haben, denn Privatsphäre gibt es nicht wirklich. Stundenlang kletterte ich auf Berge und verbrachte eine Weile dort, um zu beten, nachzudenken und den Moment zu genießen. Es war für mich ein großer Schritt, allein in die Mongolei zu gehen, aber ich habe ihn nicht bereut, keine Sekunde. Ich bin innerlich sehr gewachsen und habe mich so wohl bei diesen armen lebensfrohen Menschen gefühlt, dass ich zum Schluss gar nicht mehr nach Deutschland wollte. Obwohl ich mich dort erst nach drei Wochen waschen konnte fehlte mir eine Dusche nicht, das hätte ich vorher nie geglaubt. Aber ich hatte das Gefühl zu leben und nicht, gelebt zu werden. Dieser Aufbruch ins Ungewisse führte mich nicht nur in ein weites Land, sondern auch in die Weiten meiner Seele.

Mongolei Nomaden - Projekt Jurte

Bianca hat sogar ein Buch über Ihre Erfahrungen in der Mongolei geschrieben: „Freiheit, Fernweh, Abenteuer – ein Aufbruch ins Ungewisse“ von Bianca Hoyer, erschienen in Leipzig 2010 im Engelsdorfer Verlag

Mongolei Nomaden - Projekt Steppe

Bianca Hoyer

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