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Meine Zeit in Äthiopien

Äthiopien, Sozialarbeit, Freiwillige

Sozialarbeit in Äthiopien von Larissa Lelickens

Äthiopien, Sozialarbeit, Büro

Warum denn gerade Äthiopien? Das haben mich Freunde und Verwandte immer wieder gefragt. Es gibt Dinge im Leben, da weiß man, dass eine Entscheidung richtig ist. Mein Gefühl hat einfach ja gesagt zu Äthiopien und den Kindern.

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Nach zahlreichen Impfungen und viel Vorbereitung ging es für mich Anfang April in die Hauptstadt Äthiopiens, Addis Abeba. Mir war im Vorhinein klar, dass ich mich auf eine andere Welt einlassen würde. Gerade angekommen wurde ich von Weini, meiner einheimischen Betreuerin, abgeholt und zu meiner Gastfamilie gebracht. Die Autofahrt dorthin und die folgenden zwei Tage haben mir einen ersten Einblick in das noch unbekannte Land gegeben. Ich muss sagen, ich war fasziniert und schockiert zugleich, denn viele Äthiopier leben in armen Verhältnissen, ganz anders als in Deutschland. Ich habe mir eine Hauptstadt, die mehr Einwohner hat als Berlin, moderner vorgestellt. Es gibt zwar ein paar hohe verglaste Gebäude, aber davor laufen Ziegen und Esel über die Straße, Kinder betteln oder versuchen Kaugummi zu verkaufen und kranke Obdachlose liegen am Straßenrand und schauen einen mit großen traurigen Augen an.

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Ganz anders als die bedrückende Armut ist die offene und gastfreundliche Art der Menschen in Äthiopien, die ich kennenlernte. Jeder wollte sich erkunden wie es mir geht, wie ich ihr Heimatland sehe und wo ich herkomme. Zum Kaffee bin ich auch mehrfach täglich eingeladen worden. Auch die Toleranz der verschiedenen Religionen hat mich sehr beeindruckt. Niemand beschwert sich über Sitten und Bräche einer anderen Religion.

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Morgens, wenn ich im Kinderheim ankam, sind meine Kleinen immer direkt mit strahlenden Augen und einem Lachen auf mich zugelaufen, haben mich umarmt, von oben bis unten abgeknutscht, in meinen Haaren gekramt und sich auf den Tag gefreut. Zuerst war ich bei den Kindergartenkindern. Eigentlich habe ich mir eine Kindergartenklasse anders vorstellt – Kinder die draußen mit einem Ball auf dem Hof spielen und laut lachen. Gerade wegen dieser Vorstellung war ich schockiert, dass die Heimkinder auf ihren winzigen Schulbänken sitzen und der Lehrerin zuhören und nur das amharische Alphabet nachquatschen. Schon an meinem ersten Tag im Kinderheim habe ich die Gestaltung vom „Unterricht“ übernommen. Ab sofort haben wir gesungen, Mandalas ausgemalt, Bilder an die Tafel gezeichnet, Masken und Ringe gebastelt und rumgealbert. Auch wenn ich die Kinder kaum verstehen konnte, da die Kleinen die englische Sprach noch nicht beherrschten und ich Amharisch nicht verstand, hatten wir eine gemeinsame Basis. Oft sagt ein Lächeln mehr als viele Worte.

Wenn die Kleinen dann um zwölf essen und danach ihren Mittagsschlafen halten mussten, bin ich auf die Babystation gegangen. Füttern, trösten, anlächeln. Die Säuglinge auf der Babystation brauchen körperliche Nähe und Zuneigung. Leider sind so viele Babys im Waisenheim, dass die Arbeiterinnen keine Zeit zur individuellen Behandlung haben. Sie in ihrem anstrengenden Job zu unterstützen macht nicht nur Spaß, sondern hilft vor allem den Kleinen. Deswegen waren wir Freiwilligen wichtige Bezugspersonen für die Kinder. Oft war ich im Nachmittag noch bei den Kleinkindern, die zu der Zeit immer gefüttert werden wollten und laufen gelernt haben.

Obwohl die Kinder nichts Materielles besitzen, haben sie mir so viel gegeben, dass ich jeden Tag mehrfach an sie denken muss und traurig bin, dass die Zeit so schnell vorbei ging. Für mich stand schnell fest, dass ich nicht zum letzen Mal in Äthiopien war und im nächsten Sommer wieder kommen werde. Ich hab einfach gesehen, dass jede Hand gebraucht wird und ich etwas tun kann.

In meiner ganzen Zeit, habe ich nicht nur etwas über eine andere, neue Kultur gelernt, sondern auch über mich und mein eigenes Leben. Vor meinem Aufenthalt habe ich mir abends Gedanken über meine Frisur, meine Fingernägel und die Klamotten für den nächsten Tag gemacht. Jetzt ist mir all das nicht mehr so wichtig. Ich schätze das Leben, das ich leben darf, viel mehr und bin dankbar dafür, solche Chancen und Möglichkeiten zu haben.

Meine Reise nach Äthiopien war mit Abstand die tollste Erfahrung in meinem ganzen Leben und ist für jeden, der gerne mit Kindern arbeitet und sich auf ein Abenteuer einlassen möchte, eine großartige Chance.

Larissa Lelickens

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Dieser Erfahrungsbericht enthält eventuell Bezüge zu Arbeit in oder mit Waisenhäusern. Projects Abroad’s aktuellen Standpunkt zu Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen und Informationen über unseren Schwerpunkt auf gemeindenahe Kinderbetreuung kannst du hier nachlesen.

Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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