Feedback
You seem interested in our projects! Care to tell us more?
Das mache ich gern! Nicht jetzt, danke.

You are from: United States, Go to our American website.

aide humanitaire
Ruf’ uns an:
+49 ­(0)30 2345 7223
info@projects-abroad.de

"Keines der Vorurteile über muslimische Gesellschaften hat sich bestätigt."

Sozialarbeit Marokko Freiwillige

Sozialarbeit in Marokko von Laura Vadder

Sozialarbeit Marokko Behinderte

Nachdem ich letztes Jahr mein Abitur machte und nun vor der Entscheidung stand, wie es weitergehen sollte, wollte ich reisen, neue Kulturen, neue Menschen und andere Lebensweisen kennenlernen. Und ich wollte Menschen helfen. Es stand fest für mich, dass ich auf jeden Fall wieder nach Brasilien reisen wollte. Und dann wollte ich auch noch gerne mein gelerntes Schulfranzösisch endlich mal sprechen und entschied mich somit, nach Marokko zu gehen. Somit stand fest: Erst drei Monate Marokko danach sechs Monate Brasilien.

Sozialarbeit Marokko Kinderbetreuung

Vor meiner Abreise war ich schon ziemlich aufgeregt. Nach einigen Stunden Flug landete ich dann in Casablanca, total gespannt darauf, was mich in diesem nordafrikanischen Land erwarten wird. Am Flughafen wurde ich direkt von Yousef, einem sehr netten Betreuer von Projects Abroad abgeholt, der mich zu meiner marokkanischen Gastfamilie brachte. Nachts kamen wir dann in der Medina, der Altstadt von Rabat, an. Meine Gastmama öffnete mir die Tür. Nach etwa zwei Wochen gewöhnte ich mich an die Lebensweise der Marokkaner und meiner Gastfamilie. Auch wenn die Sprache manchmal eine Barriere war, besonders bei Gesprächen mit meiner Gastmutter und mir, konnten wir uns trotzdem immer irgendwie verständigen und es war immer sehr lustig, mit „Händen und Füßen“ zu „reden“. Das erste Mittagessen war eine der ersten neuen Erfahrungen für mich. Meine Gastmutter gab mir Messer und Gabel, doch als ich sah, dass meine Gastfamilie sie überhaupt nicht nutzten, sondern mit Händen aßen, dachte ich mir: Wieso soll ich das nicht auch ausprobieren? Und so machte ich meinen ersten Versuch, das heiße Fleisch und Gemüse nicht mit Messer und Gabel, sondern mit Brot und meinen Händen zu essen. Ich sah ein verschmitztes Lächeln auf dem Gesicht meiner Gastmama und meine Gastfamilie sagte mir, wie sehr sie sich freue, dass ich es probiere, mit Händen zu essen. Die erste Barriere war überwunden und ich baute ein sehr gutes Verhältnis zu ihnen auf.

Sozialarbeit Marokko Kids

Morgens arbeitete ich mit geistig sowie körperlich behinderten Kindern zusammen, danach in der Assoziation Amal Salé, die Kinder am Nachmittag betreute. Schnell war das Eis gebrochen und die Kinder bauten Vertrauen auf. Auch die Tatsache, dass ich kein Arabisch sprach, war kein Problem. Oft waren es Gesten, Umarmungen oder ein Kuss auf die Wange, die mir zu verstehen gaben, was die Kinder sagen wollten. Von Tag zu Tag genoss ich mehr und mehr die Arbeit mit den Kindern in beiden Assoziationen. Die Kinder waren sehr aufgeschlossen, interessiert und liebenswürdig. Sie brachten mir ihre Kultur nahe, ich ihnen meine. Ich habe sehr viel von ihnen gelernt.

Mehr und mehr gewöhnte ich mich an das Leben in Marokko, in Rabat und in meiner Gastfamilie. Ich lernte viele nette andere Freiwillige kennen und wir reisten sehr viel zusammen in Marokko, nach Fès, Marrakesch, Agadir, Casablanca und mehr, da das Bahnnetz dort super ausgebaut ist. Zuhause, in meiner Gastfamilie, war immer viel los, weil immer irgend jemand zu Besuch kam. Ich erlebte eine Verlobung und leider auch eine Beerdigung mit, ich kaufte mir die traditionelle Djellaba, die Kleidung für die Frau, genoss die marokkanischen Gerichte und verstand auch bald schon etwas Arabisch.

Ich bin sehr glücklich, dass sich keines dieser Vorurteile, die viele Menschen über muslimische Gesellschaften haben, bestätigt hat. Ich habe „alles mitgemacht“, versucht, mich in die Gesellschaft zu integrieren und somit wurden mir viele Türen geöffnet. Türen, die zu den marokkanischen Menschen führten, mit denen ich mich sehr viel über unsere unterschiedlichen Kulturen und Vorurteile diesen gegenüber unterhielt. Türen, die mir das marokkanische Leben von einer ganz anderen Seite zeigten. Eine Seite, die ein Tourist nie zu sehen bekommen würde. Letztendlich habe ich für mich gesehen und festgestellt, dass Marokko ein wunderbares Land mit wunderbaren Menschen ist. Nach drei Monaten verließ ich Marokko mit einem weinenden und einem lachenden Auge: ein Weinendes, weil diese wunderbare Zeit vorbei war und ich all die tollen Menschen, die ich kennengelernt hatte, zurück ließ. Ein Lachendes, weil ich unglaublich dankbar dafür bin, dass ich einen Einblick in das Leben der Menschen dort bekommen habe, weil ich die Schönheit des Landes gesehen habe und weil meine Arbeit mit den Kindern wundervoll war. Mein Auslandsaufenthalt war die schönste Zeit meines Lebens.

Laura Vadder

Mehr zur Sozialarbeit in Marokko

Mehr zur Sozialarbeit

Mehr zu Marokko

Dieser Erfahrungsbericht enthält eventuell Bezüge zu Arbeit in oder mit Waisenhäusern. Projects Abroad’s aktuellen Standpunkt zu Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen und Informationen über unseren Schwerpunkt auf gemeindenahe Kinderbetreuung kannst du hier nachlesen.

Weitere Erfahrungsberichte

Ruf' uns an:
+49­ (0)30 2345 7223
Global Gap Auslandsjahr
Nach oben ▲