Feedback
You seem interested in our projects! Care to tell us more?
Das mache ich gern! Nicht jetzt, danke.

You are from: United States, Go to our American website.

aide humanitaire
Ruf’ uns an:
+49 ­(0)30 2345 7223
info@projects-abroad.de

Meine Gastfamilie werde ich nächstes Jahr wieder besuchen, Inschallah!

marokko-sozialarbeit-freiwillige

Sozialarbeit in Marokko von Lisa Borkowski

marokko-sozialarbeit-haus

Schon immer habe ich davon geträumt, nach dem Abitur in ein fremdes Land zu gehen und die dazugehörige Kultur kennen zu lernen. Außerdem wollte ich meine Sprachkenntnisse – besonders Französisch – verbessern. Mir war klar, dass man das mit einem Pauschalurlaub nicht so gut erreichen kann. Also entschied ich mich für ein zweimonatiges Praktikum in der Sozialarbeit in Marokko – hauptsächlich der Kinder wegen, aber auch um selbst ein bisschen zu wachsen. Zusätzlich besuchte ich noch einen 14-stündigen Französischkurs.

marokko-sozialarbeit-spiele

Vor meiner Reise war ich eigentlich gar nicht aufgeregt. Das kam dann erst am Flughafen, als ich meine Familie verabschieden musste. Doch sobald ich im Flugzeug saß, war nur noch die Vorfreude auf mein bevorstehendes Abenteuer zu spüren. Als ich dann am Flughafen in Rabat Salé ankam, sah ich sofort Asmaa und Adil vom Projects Abroad Team, die mit einem Schild in der Hand auf mich warteten.

marokko-sozialarbeit-fuballteam

Nach einer wirklich kurzen Autofahrt und den ersten Eindrücken von Marokko dachte ich mir: Sieht ja doch ziemlich europäisch aus! Doch sobald ich das Taxi verließ und in die verwinkelte Altstadt mit den holprigen Gassen kam, bekam das Ganze einen sehr typisch marokkanischen Flair.

marokko-sozialarbeit-essen

In meiner Gastfamilie wurde ich herzlichst begrüßt und das von so vielen Leuten, dass ich erst mal verwirrt war und gar nicht wusste, wer letztendlich mit mir im Haus wohnen würde. Im Wohnzimmer wurde ich mit typisch marokkanischem und sehr süßem Gebäck und „thé à la menthe“, einem typischen Tee aus frischer Minze, verwöhnt.

marokko-sozialarbeit-cafe

Mit meiner Gastfamilie hatte ich wirklich sehr viel Glück. Sie wohnte in einem der wohl schönsten Häuser mit wunderschönen orientalischen Ornamenten und es gab immer sehr üppiges Essen. Ich wurde zu einer Tochter der Familie und fühlte mich wie zu Hause. Das Essen war immer gut, oft gab es eine Tajine, eine Art Topf aus dem alle zusammen mit Händen aßen. Am ersten Abend habe ich noch mit Besteck gegessen, doch ich gewöhnte mich sehr schnell an das Essen mit den Händen und machte es danach sogar gerne. Mein Aufenthalt fiel auch auf die Fastenzeit, den Ramadan. Sobald die Nacht anbrach, durfte gegessen und getrunken werden. Es gab jeden Tag Harira, eine Gemüsesuppe, und dazu kleine Snacks wie Datteln oder gefüllte Teigtaschen.

marokko-sozialarbeit-ausflug

Natürlich wollte auch ich das Fasten einmal ausprobieren und meine Gastfamilie war begeistert von dieser Idee. Am Ramadan teilnehmen heißt, zwischen 3 und 4 Uhr morgens aufstehen, um zu essen – und zwar viel und durcheinander! Danach darf man bis zum Fastenbrechen bei Einbruch der Dunkelheit weder Essen noch Trinken. Das mit dem Essen fiel mir noch relativ leicht, doch ich hatte noch nie so viel Durst. Ich schlang meine heiße Suppe so schnell wie es nur ging herunter. Gegen 24 Uhr gab es dann nochmal ein richtig großes Abendessen. Nach zwei Tagen gab ich auf, weil ich das Fasten einfach nicht vertrug. Dennoch war es eine interessante Erfahrung.

Gearbeitet habe ich in Salé, der Nachbarstadt Rabats, in einer Organisation, die sich um Kinder jeden Alters kümmert, die in sehr schweren Sozial- und Familienverhältnissen leben. Leider sprachen die meisten Kinder nur arabisch und so war die Verständigung anfangs schwer, doch mit der Zeit fiel es mir leichter, mich mit Händen und Füßen zu verständigen.

Da zu der Zeit, als ich da war, Ferien waren, war leider nur wenig Struktur im Tagesablauf und die Kinder machten das, was sie am liebsten machen wollten: Fußball spielen. So wurde mein Projekt zum Sportprojekt. Zwischendurch spielten wir natürlich auch Spiele, malten oder unterhielten uns einfach nur. Doch hauptsächlich haben die Kinder mich ermutigt, Tore zu schießen.

Auch wenn sie manchmal ziemlich grob waren und mich in ihre Raufereien verwickelten, waren die Kinder sehr anhänglich und rangen um meine Aufmerksamkeit und Liebe. Sie sind mir sofort ans Herz gewachsen und ich musste mich an meinem letzten Arbeitstag ziemlich zusammenreißen, damit ich nicht losweine, weil der kleine Hamza sich an mich hängte und nicht wollte, dass ich gehe.

Dienstags bei den gemeinsamen Abenden oder bei einem der täglichen Treffen nach dem Abendessen in einem Café, planten wir unser Wochenende. Auf unseren Reisen erlebten wir immer viel. Eines meiner Lieblingsziele waren die Städte Fes und Meknes, wo ich mir dann auch noch das nah gelegene Volubilis (römische Ruine) und Moulay Idriss (heilige Pilgerstadt) ansehen konnte.

Marokko war auf jeden Fall eine Erfahrung wert und es ist immer noch ein absolutes Traumland von mir. Mit den anderen Freiwilligen habe ich Freundschaften fürs Leben geschlossen und hoffe, dass ich den ein oder anderen mal besuchen werde. Manchmal fehlen mir der marokkanische Alltag und die Kinder sehr. Mit meiner Gastfamilie habe ich noch Kontakt und werde sie nächstes Jahr besuchen, Inschallah!

Lisa Borkowski

Mehr zur Sozialarbeit in Marokko

Mehr zur Sozialarbeit

Mehr zu Marokko

Weitere Erfahrungsberichte

Ruf' uns an:
+49­ (0)30 2345 7223
Naturschutz - Projekt im Ausland
Nach oben ▲