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"Gymnastik in Guzman"

Blick auf Guzman

Sozialarbeit in Mexiko von Manuela Suhner(Thurgau/Schweiz)

Normalerweise arbeite ich als Flight Attendant. Doch dieser kulturelle Austausch genügte mir nicht, ich wollte die Welt einmal anders kennen lernen. Also entschloss ich mich für das Projekt Sozialarbeit in Mexiko mit Projects Abroad. Einige Wochen, nachdem ich das Projekt gebucht hatte, stand ich dann schon am Flughafen Zürich mit meinen Taschen, bereit für meine lange Reise nach Mexiko. Mit etwas Verspätung, was in Mexiko fast normal ist, wurde ich dann von Jorge von Projects Abroad am Flughafen abgeholt.

Eines der Kinder beim Spielen

Da ich relativ spät am Abend Guadalajara erreichte, verbrachte ich die erste Nacht im Büro von Projects Abroad. Am nächsten Tag wurde ich dann von Carlos, einem weiteren Mitarbeiter, in Guadalajara herumgeführt. Es war super, einen persönlichen Guide dabei zu haben, der mir alle Sehenswürdigkeiten von Guadalajara zeigte und erklärte. Am gleichen Tag fuhr ich mit dem Bus nach Ciudad Guzman, wo ich von Jous, dem Verantwortlichen von Projects Abroad, abgeholt wurde. Von ihm wurde ich dann zu meiner Gastfamilie gebracht - und zusätzlich zeigte er mir auch noch Sehenswertes in Guzman. In meiner Gastfamilie habe ich mich von Anfang an wohl gefühlt. Sie brachten mir sehr viel über Land und Leute bei. Neben mir wohnten zusätzlich noch zwei oder auch mal drei andere Frauen in meiner Gastfamilie.

Ciudad Guzman ist ein Ort, wo ich mir vorstellen könnte, zu wohnen: Er ist nicht zu groß, man alles alles, was man braucht. Ich habe mich auch immer sehr sicher gefühlt in dieser Stadt. Die Einwohner sind sehr offen und freundlich. An den Wochenenden hatte ich, auch dank der günstigen Lage von Guzman, Zeit für Ausflüge, beispielsweise nach Guadalajara oder ans Meer nach Manzanillo. In Mexiko ist der Bus ein sehr beliebtes Verkehrsmittel, es ist einfach und preiswert mit dem Bus zu reisen. Oft wusste ich gar nicht, wohin ich wollte, ich ging einfach zu einem größeren Busbahnhof, schaute mir die Möglichkeiten an und entschied dann, wo es hingehen sollte.

Um zu meiner Arbeit zu gelangen, fuhr ich jeden Tag von Ciudad Guzman eine halbe Stunde mit dem Bus nach Sayula, wo sich das Kinderheim befand, in dem ich arbeitete. Da ich sehr gerne reise, hat es mir gefallen, mit dem Bus zur Arbeit zu fahren. So konnte ich während der Fahrt noch eine andere Gegend kennen lernen und auch einige Bekanntschaften machen.

Ein Arbeitstag im Kinderheim sah für mich in etwa so aus: Ich arbeitete jeweils von ca. 12.00 bis 17.30 Uhr in dem Kinderheim "Casa Hogar mi pequeña familia". Wenn ich am Mittag im Heim angekommen bin, waren meist nur die jüngeren Kinder anwesend, da die älteren noch in der Schule waren. Insgesamt wohnten 19 Jungs zwischen 4 und 13 Jahren in diesem Heim. Schon die kleineren Kinder hielten mich immer auf Trab, da sie oft "schiefe Dinge" im Kopf hatten und immer sehr aktiv waren. Kurz nach 12.00 Uhr holten wir jeweils die älteren Kinder von der Schule ab. Ich freute mich immer sehr auf diesen Zeitpunkt, denn auch die Kinder freuten sich immer sehr, von uns abgeholt zu werden. Sie zeigten uns ihre Dankbarkeit mit ca. 1000 Umarmungen und Küsschen.

Ich mit einem der Kinder

Im Heim angekommen, versammelten wir uns immer im Kreise, das sah dann so aus, dass ich auf jedem Bein und Arm etwa zwei Kinder hatte. Im Kreise haben wir Dinge, wie Benehmen in der Schule, Hausaufgaben und Freizeitunterhaltung besprochen. Nach dem Mittagessen waren wir dann meist einige Zeit mit den Hausaufgaben der Kinder beschäftigt. Da diese Kinder einige Defizite haben, was Bildung angeht, hatten wir oft viel aufzuholen mit ihnen. Ich habe mit ihnen Dinge geübt, wie Schreiben, Lesen oder die 9-er Reihe in Mathematik.

Nachdem wir die Hausaufgaben annähernd oder vollständig beendet haben, hatten wir Zeit, um etwas zu spielen. Wir gingen oft nach draußen und spielten Fußball. An vielen Tagen gab es auch Sport - Praktikumangebote für die Kinder. Die Älteren begleiteten wir zum Fußball und die Jüngeren zur Gymnastik. Manchmal standen auch Dinge an, wie Putzen oder Zahnarztbesuche. In diesem Kinderheim ist es nämlich üblich, dass die Jungs auch selbst für die Sauberkeit des Hauses zuständig sind. Einmal begleitete ich zwei Jungs zum Zahnarzt. Es hat mich echt berührt, als der eine Junge auf dem Zahnarztstuhl lag und nach meiner Hand griff und sich festklammerte.

Ich habe noch weitere solcher emotionalen Erfahrungen mit den Kindern gemacht, die mir immer in Erinnerung bleiben werden.

Nachdem ich Guzman und die kleinen Jungs vom Heim verlassen habe, war ich zum einen sehr traurig, auf der anderen Seite freute ich mich auf meine restlichen Tage in Mexiko. Ich hatte nach meinem Projekt noch einige Tage zur Verfügung, bevor ich Mexiko wieder ganz verließ. Leider reichten die wenigen Tage nicht annähernd aus um Mexiko zu erkunden. Trotzdem besuchte ich noch einige wunderschöne Reiseziele von Mexiko. Sehr beeindruckt hat mich während meiner Reisezeit die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen. Wenn ich beispielsweise irgendwo nicht mehr weiterkam mit meinen Taschen, kam mir jedes Mal jemand zur Hilfe. Oder wenn ich orientierungslos war, kamen sie schon von selbst und boten mir ihre Hilfe an, was manchmal aber auch dazu führte, dass ich irgendwo landete, wo ich gar nicht hin wollte, da sie wahrscheinlich selbst gar keine Ahnung hatten.

Auf jeden Fall werde ich die Jungs vom Kinderheim nie vergessen und auch nicht all die Erfahrungen, die ich durch dieses ganze Projekt machen durfte. Jeder, der ein solches Projekt antritt, wird unvergessliche Momente erleben, die ihn prägen und reicher werden lassen.

Nach den 1,5 Monaten in Mexiko wollte ich gar nicht mehr zurück in die Schweiz und wenn zu Hause nicht meine Arbeit auf mich gewartet hätte, wäre ich bestimmt noch länger geblieben. Ich werde ganz sicher bald wieder dahin reisen.

Manuela Suhner

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Dieser Erfahrungsbericht enthält eventuell Bezüge zu Arbeit in oder mit Waisenhäusern. Projects Abroad’s aktuellen Standpunkt zu Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen und Informationen über unseren Schwerpunkt auf gemeindenahe Kinderbetreuung kannst du hier nachlesen.

Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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