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Geschichten: „Experiencia Peruana“

Spanischunterricht und Sozialarbeit in Peru von Oscar Blancke

Oscar im Chocomuseum

„Im Juni hast du dein Abi und was dann?“, dachte ich mir im März. Der Versuch, einen zu mir passenden Studienplatz zu finden, wollte erst einmal nicht so ganz glücken. Also dachte ich mir: „Warum eigentlich keinen Auslandsaufenthalt?!“ Zuerst einmal wusste ich, es soll ein spanischsprachiges Land sein, aber weiterhin hatte ich, auf gut Deutsch, keinen Plan.

„Warum bist du nicht nach Spanien? Das ist doch in der Nähe.“, werden jetzt einige denken, aber genau das hatte mich irgendwie nicht gereizt. Ich wollte mich ins kalte Wasser werfen, wollte wissen wie das so ist, ganz weit weg von zu Hause zu sein, in einer anderen Kultur zu leben und wenn mal etwas schief läuft, nicht die Möglichkeit zu haben, innerhalb von ein oder zwei Stunden wieder zu Hause zu sein. Ich wollte mich selbst entdecken, Erfahrungen in der Ferne sammeln und mit ein wenig Wissen mehr Heim kehren!

Irgendwann kam ich zu dem Entschluss nach Südamerika zu fliegen. Aber Südamerika ist groß! Also wohin? Argentinien? Bolivien? Chile? Peru? Ja, Peru ! In Peru gibt es einmal den Machu Picchu, eins der sieben Weltwunder und zudem den Titicacasee, das höchstgelegenste schiffbare Gewässer. Peru, das Land der Inka, das klingt doch gut. Nach dem Prüfungsstress hatte ich dann auch die richtige Organisation gefunden: Projects Abroad. Dann hieß es nur noch anmelden und am 1. Juli „Zack!“ nach Peru. Der Zeitraum zwischen meiner Anmeldung zum Projekt und dem Abflug war dann sehr kurzfristig und relativ spontan, wobei auch die ganze Vorbereitung bei mir sehr kurz ausfiel.

Maedchen auf den Uros

Nach meinem 19-stündigen Flug und meiner Ankunft in Cusco, wurde ich auch gleich auf die Probe gestellt: neue Kultur, andere Lebensgrundlage und das Wetter. In Cusco herrscht im Winter Trockenzeit und es ist trocken (nicht so überraschend, oder?), über Tag sehr sonnig und um die 25°C warm. In der Nacht hingegen, wenn die Sonne zwischen 17 und 18 Uhr untergeht, wird es bis zu 1 °C kalt und in den Haushalten gibt es keine Heizung. Wenn man sich aber einmal mit dem Wetter zurecht gefunden hat, sich Nachts in vielen Decken hüllt und auch mit dem zeitweise kalten Duschen zurecht gefunden hat, sollte einen nichts aufhalten.

Nach einem großen Mittagessen mit der ganzen Familie (einige Familienmitglieder kamen für den Tag zu Besuch, was so üblich ist in Peru) und einem kleinen Mittagsschlaf, habe ich am Abend meinen Mitbewohner und meinen Spanischlehrer kennengelernt. Mit meinem Mitbewohner habe ich schon gleich am nächsten Tag eine Tour durch das Valle Sagrado (Sacred Valley/Heiliges Tal) gemacht. Um 8 Uhr morges am Treffpunkt angekommen, spontan mit in die Tour aufgenommen, habe ich wunderbare Orte besichtigt: Pisaq, Ollantaytambo, Chinchero und später während unserer Essenspause auch die Stadt Urubamba. Das war eine wunderbare Tour mit beeindruckenden Orten, aber ich war froh, am Abend wieder zurück im meinem neuen Zuhause zu sein. Ich war von meiner Anreise verständlicherweise noch sehr müde.

Mittagspause nach dem Drachensteigen

Nach einem ruhigen Montagmorgen und einer kleinen Instruktion am Nachmittag, hatte ich am Dienstag meine ersten Spanischstunden. Ich hatte zwar schon in der Schule 3 Jahre Spanischunterricht, wollte meine Kenntnisse aber in Peru erst einmal wieder auffrischen. Und meines Erachtens gelang mir dies auch. In einem 6-wöchigen und 90-stündigen Intensiv-Sprachkurs durfte ich mit einem wunderbaren Lehrer und nun guten Freund zusammenarbeiten. Der Unterricht bestand nicht nur aus stumpfem lernen von Grammatik und Rechtschreibung (darunter mein "Lieblingsthema": die Zeitformen), sondern auch aus der praktischen Anwendung. Ich bin mit meinem Spanischlehrer Raul in die Stadt gefahren, er hat mir als mein Betreuer bei Erledigungen wie dem Kaufen einer Simkarte geholfen, wir waren bei seinem Schulkumpel in einem Theaterkurs, waren im Kino, haben mit dem Bau einer Küche für einen Kindergarten begonnen, haben Essen gekocht, dieses bei ihm gegessen und zusammen Netflix geschaut.

Ja, Stichpunkt peruanisches Essen! Zu meinem Lieblingessen in Peru zählten „Papas Rellenas“, nach Belieben gefüllte Kartoffeln. Peru bietet schon eine wunderbare breitgefächerte Palette an Essen, was natürlich auch dem Wissensdrang der vergangenen Kulturen zu danken ist, welche mit den verschiedensten Pflanzen experimentiert haben und z.B. Mais und Kartoffeln kultivierten. Aber das Essen hatte für mich auch nicht nur Positives, als ich vom Essen in einem auswärtigem Restaurant mit schlechten hygienischen Standards krank wurde.

sozialer Abend mit anderen Freiwilligen

Aber es wurde mir geholfen. Ich wurde von Raul in eine Klinik mit europäischen Standards gefahren und das Projects Abroad Team, sowie Ärzte und Krankenschwestern haben alles dafür getan, dass ich einen komfortablen und kurzen Aufenthalt in der Klinik hatte. Nach meinem Klinikaufenthalt wechselte ich auch meine Gastfamilie, welche sehr hilfreich, aber nicht passend für mich war. Und das Projects Abroad Team in Peru hat mir großartig geholfen. Meine neue Gastfamilie war wunderbar und ich wurde in die große Familie sofort aufgenommen und jederzeit unterstützt.

Nachdem mein Spanischkurs zu Ende ging, hatte ich als nächstes die Arbeit in einem Sozialprojekt geplant. Ich wurde gefragt, in welchem Bereich ich gerne tätig sein möchte - in einem Kindergarten oder in einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen. Nach Überlegungen, auch mit meiner Mutter, die auch als Jugendliche in der Betreuung im Ausland tätig war und die ich während meines Aufenthaltes regelmäßig per Skype kontaktierte, bin ich zum Entschluss gekommen, mit Kindern mit körperlichen und geistigen Behinderungen zusammenzuarbeiten. CEBE San Martin, eine Schule mit wunderbaren Lehrern und noch wunderbareren Kindern, durfte ich meinen Arbeitsplatz nennen. Ich betreute 6 Kinder im Alter von 3 und 4 Jahren. Meine Arbeit bestand darin, mit den Kindern Musik zu machen, zu spielen, sie beim Essen zu unterstützen und mit ihnen zu alltäglichen therapeutischen Aktivitäten, wie multisensoriale oder physische Übungen, zu gehen. Wir sind auf Spielplätze gegangen, haben Drachen steigen lassen oder z.B. einen Jungen zu Hause besucht. Meine Arbeit hat mir zwar viel Ausdauer und Konzentration abverlangt, aber sie war einfach nur wunderbar und ist ein großer Sticker in meinem „Peru-Erfahrungs-Album“.

Tambomachay

In meiner Freizeit, an den Wochenenden und in einer freien Woche habe ich vieles erlebt:

Jeden Mittwoch wird ein sozialer Abend vom Projects Abroad Büro veranstaltet, in welchem man sich mit anderen Freiwilligen trifft und die peruanische und cusqueñische Kultur kennenlernt.

Ich bin mit anderen Freiwilligen in Touristikrestaurants essen gegangen, ging ins Kino und schaute Filme auf Spanisch, ging Shoppen, in Museen, zu Sehenswürdigkeiten, brachte Archäologen Englisch bei und erkundete Cusco, das Sacred Valley und Peru. Manchmal blieb ich auch mit meinen Mitbewohnern in meiner Gastfamilie und veranstaltete einen schönen Spieleabend, bei dem man vielleicht um den Gewinn einer Pizza spielte und Wissen austauschte. Ich konnte viel hilfreiches Wissen und viele Erfahrungen von den Peruanern und auch anderen Freiwilligen aufgreifen, was mich nun auch in meiner der Studiensuche unterstützt.

Peru ist nicht nur groß (ca. 10-mal größer als Deutschland, aber mit nur halb so vielen Einwohnern), sondern hat wahrscheinlich deswegen auch viel Wunderschönes zu bieten: Ich sah z.B. den Machu Picchu, den Titicacasee, Paracas (ein Ort am Pazifik), die Rainbow Mountains, das Sacred Valley und vieles mehr (und ich war nur im Süden unterwegs). Für mich war Peru eine Reise wert! Ich habe vielfältige Erfahrungen sammeln dürfen und drei wunderbare Monate mit wunderbaren Menschen verbracht, Freunde gewonnen und schöne und atemberaubende Orte gesehen.

Also lasse dir die „experiencia peruana“ nicht entgehen und melde dich zu einem Projekt mit wunderbaren Menschen in einem wunderbaren Land an !!!

Dein Osquitar

Oscar Blancke

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