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Unterrichten in Ghana von Viviane Albers

Ich mit einigen Kindern

"It is nice to be nice!"

Zwei Kinder

Mein Abenteuer Ghana fing sehr früh an. Schon lange hegte ich den Wunsch, vor Beginn meines Studiums ein Auslandspraktikum zu absolvieren. Vor ca. 8 Jahren begann eine langjährige Brieffreundschaft mit einem ghanaischen Jungen. Leider brach dieser Kontakt eines Tages ab, den Grund dafür habe ich niemals erfahren. Trotz aller Ängste, alleine in ein afrikanisches Land zu reisen, habe ich mich nach dem Abitur für ein freiwilliges Praktikum in Ghana über Projects Abroad entschieden. Schon bald darauf folgte ein Vorbereitungsseminar, und meine Aufregung stieg ins Unermessliche.

Berge in Ghana

Anfang Mai ging mein Abenteuer endlich los. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge nahm ich am Flughafen Hamburg von meinen Liebsten in aller Frühe Abschied. Am Flughafen in Accra wurde ich, wie erwartet, von einem Mitarbeiter von Projects Abroad abgeholt und willkommen geheißen. Nun folgte der erste Schock nach dieser Reise: Das Taxi hatte (leider!) keine Heckscheibe mehr. Vielleicht kann man sich vorstellen, wie sich ein „Dorfkind“ in diesem Moment gefühlt hat? Am Büro angekommen, folgte der zweite Schock: Nach einer herzlichen Begrüßung, bot man mir Wasser in 500 ml abgefüllten Plastikbeuteln an und ich fragte mich, wie zum Teufel daraus trinken solle. Gott sei Dank hatte ich eine Schere und eine leere Trinkflasche, so dass ich das Wasser aus dem Plastikbeutel, genannt ‘Sachets’, in die Trinkflasche umfüllen konnte. Nun hieß es „Welcome to Ghana!“. Es war gut, dass ich solche Informationen vorher nicht hatte, da die Ankunft im Nachhinein längst nicht so lustig gewesen wäre.

Meine erste Fahrt in einem ghanaischen, klimatisierten und überfüllten Mini-Bus „Tro-Tro“ schenkte mir atemberaubende Bilder. Die Landschaften, die an mir wie im Fluge vorbeizogen, übertrafen meine Erwartungen völlig. Wenn diese Eindrücke über Satellit hätten übertragen werden können, dann säße die ganze Welt vor dem Fernseher. Schnell wurde mir der extreme Gegensatz der Lebensverhältnisse zwischen Arm und Reich bewusst. Während die arme Bevölkerung in einfachen Hütten lebt, fahren manche wohlhabenderen Bewohner BMW, Mercedes und Audi.

Das Haus meiner Gastfamilie übertraf ebenfalls meine Erwartungen – somit war ich schon einmal ziemlich glücklich. Meine Gastmutter, eine junge Frau mit einem kleinen Kind im Arm, sehr modern gekleidet (Minirock und Top), öffnete mir die Tür. Gegen Mittag lernte ich meinen englischen Mitbewohner kennen. Wir verstanden uns auf Anhieb.

Ich unterrichtete am „Dora Memorial School Complex“. Ich wurde auf meinen Wunsch allen Klassen, von der „Nursery/Creche“ (Krippe) bis zur „Primary School“ (Grundschule) vorgestellt. Jede Klasse heiß mich herzlich willkommen. Und die Schüler brachten mir jede Menge Respekt entgegen. Viele rannten schon in ihrer ersten Pause in meine Arme und freuten sich auf unsere gemeinsame Zeit. Jede Woche war nun eine neue Herausforderung. Die Freude in den Kinderaugen, sich mit Spielkarten oder Sprungseilen zu beschäftigen, erinnerte mich daran, welche Selbstverständlichkeit es in unserem Land ist, solche Vorzüge in der Kindheit genießen zu können. Auch, dass Kinder geschlagen werden, sei es mit einem Stock oder einem Holzlineal, musste ich tolerieren. In diesem Fall galt „Wegschauen statt Hinschauen“. Zum Glück hielt sich diese Form der Bestrafung an meiner Schule in Grenzen.

An vielen Nachmittagen trafen sich alle Freiwilligen in der Stadt. Dadurch entstanden viele gute Freundschaften. Wie für die Regenzeit in Ghana üblich, wurden wir hin und wieder von den heftigsten Regenschauern überrascht. Überflutete Straßen, schwimmende Sand-Matsch-Massen und nasse Schuhe krönten diese Tage mit einer Erfahrung, auf die wir auch gerne hätten verzichten können. Eines lernten wir dennoch schnell: Wir hatten immer Flip-Flops im Rucksack. Das Thema Essen in den Gastfamilien gehörte immer zu den Top-Themen unserer Konversationen. Ob „Banku“ oder „Fufu“, jenes Gericht, das immer wieder erneut verflucht wurde oder „Red-Red“, auf welches Gericht immer alle neidisch waren, wenn die Gastfamilie einem dieses vorenthielt. Unsere Ansprechpartner von „Projects-Abroad“ in Ho hätten wir nie missen wollen. Sie waren „Freund und Helfer“ in jeder Hinsicht.

Highlights waren insbesondere die Wochenenden: Eine kleine Gruppe voller Weltenbummler auf großer Reise, bepackt mit einem Rucksack, Schlafsack, Wechselklamotten, Toilettenpapier, Repellents, Trinkflasche, Buch und Reiseführer suchte sich ihren Weg durchs Land.

Als Freiwillige habe ich Erfahrungen gemacht, die mich in meinem Vorhaben im sozialen Bereich zu arbeiten nur noch verstärkt haben. Allerdings resultiert dies nicht aus den Konfrontationen mit dem Elend, sondern aus der Motivation der Schüler. Allerdings gab es auch Situationen, in denen die Sehnsucht nach der Heimat so groß war, dass der Abflugtermin gar nicht näher rücken konnte. So schließt man auch Freundschaften mit Kakerlaken und Eidechsen, die ständige Begleiter meines Abenteuers waren. Aber auch diesen Situationen kann man etwas Gutes abgewinnen – ich bin enorm über meine Grenzen hinausgewachsen.

Meine positiven sowie negativen Erlebnisse, die mir in Ghana widerfahren sind, möchte ich niemals missen und sie werden stets in meiner Erinnerung bleiben. Die dadurch gewonnene Lebenserfahrung wird mein weiteres Leben sicherlich zum Teil prägen. Auch möchte ich all diejenigen, die Interesse haben, ein Praktikum im Ausland zu absolvieren, anregen, Mut zu haben, alle Ängste über Bord zu werfen und sich diesen Herausforderungen zu stellen.

Meine Entscheidung, mit Project Abroads zu reisen, habe ich nie bereut. Vorbereitungsseminar, hervorragende Betreuung vor und während meines Auslandsaufenthaltes sowie Nachbereitung der Erlebnisse kann ich nur positiv bewerten. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken.

Viviane Albers

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